Diagnostik
Durch meine Erfahrungen bin ich mittlerweile dazu in der Lage mit recht hoher Wahrscheinlichkeit erkennen zu können ob eine Mensch in seinem “natürlichen Umfeld” zum Autistischen Spektrum neigt oder nicht. Da ich zudem selbst Autist bin fallen mir bei der Beobachtung natürlich auch Anzeichen auf, die selbst langjährige professionellen Untersuchern oft übersehen. Das ist keine Frage von Ausbildung oder Intelligenz, sondern liegt einfach daran, dass bestimmte Muster von außenstehenden erst erkannt und interpretiert werden müssen, für mich aber so normal sind wie das atmen.
Ein zertifizierter Untersucher hat heute die Auflage eine bestimmte Anzahl von Jahren und mit Patienten unter Anleitung eines ausgebildeten Untersuchers zu verbringen, bevor er selbst untersuchen kann.
Ausschlussdiagnostik
Das bedeutet, das es eigentlich gar keine klassische Diagnosemethode gibt. Der Untersucher muss daher eine Liste von möglichen Ursachen “ausschließen” bevor er Autismus diagnostizieren kann.
Ich bin kein qualifizierter Untersucher
Durch meine Erfahrungen bin ich mittlerweile dazu in der Lage mit recht hoher Wahrscheinlichkeit erkennen zu können ob eine Mensch in seinem “natürlichen Umfeld” zum Autistischen Spektrum neigt oder nicht. Da ich zudem selbst Autist bin fallen mir bei der Beobachtung natürlich auch Anzeichen auf, die selbst langjährige professionellen Untersucher übersehen können. Das ist weder eine Frage von Ausbildung noch von Intelligenz, es liegt einfach daran, dass bestimmte Muster von Menschen außerhalb des Spektrums erst erkannt und interpretiert werden müssen, während Sie für mich so normal sind wie das atmen.
Nun könnte man natürlich zu dem Schluss kommen, das es Autisten einfacher fällt, einander zu erkennen. Das wäre aber vorschnell. Meiner Erfahrung nach reicht es nicht aus Autists zu sein, um andere Autisten zu erkennen. Ich komme um das “erkennen und interpretieren” nämlich ebenfalls nicht herum. Bei mir ist es jedoch genau umgekeht. Ich musste nämlich erst lernen, welche Muster für Menschen außerhalb des Spektrums jetzt “ungewöhnlich” sind und welche nicht.
Da ich mich den ganzen Tag lang auch mit Menschen außerhalb des Spektrums interagieren muss (und nicht nur während des Praxiszeiten oder während des Dienstes) habe ich natürlich einen “Übungsvorteil”. Deswegen kann ich auch nicht spontan erkennen, ob bestimmte Symptome nun einer Autistischen Spektrumsstörung zuzuordnen sind oder einer anderen Ursache haben. Auch dieses Wissen musste ich mir erst aneignen.
Um es mit den Worten eines Psychiaters zu sagen, mit dem ich regelmäßig zusammenarbeite :
Herr Krieg kann ihnen sicher nicht sagen, ob Sie eine Autismusdiagnose bekommen oder nicht. Aber er liegt vermutlich näher dran als ich.
(Verständlicherweise) anonymer Psychiater